PhysioComplexx
Holger Hodde
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News

Langzeitfolgen von COVID-19 bei jüngeren Betroffenen behandeln

Das gesamte Geschehen rund um die Pandemie ebenso wie das immer noch sehr lückenhafte Wissen über COVID-19 verunsichern und ängstigen viele Menschen. „COVID-19 ist nicht zu unterschätzen“, bestätigt Sonja Wandel, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Sie betont aber gleichzeitig, dass es inzwischen sogar für schwer Betroffene immer besser greifende Hilfe gibt – auch für diejenigen mit gravierenden Langzeitfolgen. Trifft es jüngere Menschen, wollen sie ihr aktives Leben mit Beruf, Familie und Hobbys zurück. Die Ergotherapeutin bestätigt aus ihrer Praxis: die Erfolge sind da.

„Wieder arbeiten“, sagt die Ergotherapeutin Sonja Wandel, sei häufig bei jungen Menschen ein übergeordnetes Ziel, wenn sie – wie das bei einer COVID-19-Erkrankung der Fall ist – quasi unvermittelt aus ihrem Alltag gerissen werden. Es ist zwar selten, dennoch: auch junge oder jüngere, gesunde, sogar durchtrainierte Menschen erkranken so heftig an COVID-19, dass sie ins künstliche Koma versetzt und beatmet werden müssen. In der Folge sind unter anderem neurologische Defizite zu beobachten. Um diese bestmöglich zu behandeln und eine Wiedereingliederung in das Berufsleben zu ermöglichen, sind neben anderen Fachdisziplinen Ergotherapeuten, ähnlich wie in einer Stroke Unit beim Schlaganfall, mit im Team. Ihre Intervention beginnt, sobald die Patienten in einem ansprechbaren Zustand sind.

COVID-19-Patienten für die Therapie gewinnen und motivieren Im Zuge einer COVID-19-Erkrankung kann es zu neurologischen Defiziten und Hirnleistungsstörungen kommen, wie die Medizin sie bislang vorwiegend im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen, aber auch als Folge von Strom- oder Blitzeinschlag, Schlaganfall oder durch Alkoholmissbrauch kennt. Trifft es jüngere oder Menschen mittleren Alters, die sportlich, aktiv und gesund leben, ist ihr Schock über die Beeinträchtigungen umso größer. Die Aufgabe von Ergotherapeuten ist, bei Patienten mit neurologischen Problemen die Hirnleistung wieder zu aktivieren, zu trainieren und langfristig wieder herzustellen. „Ebenso viel Aufbauarbeit ist auf emotionaler Ebene zu leisten“, weist Sonja Wandel auf einen weiteren Aspekt bei der Therapie dieser besonderen COVID-19-Patienten hin. Sie erklärt, dass ihre Patienten sich teils wie Sonderlinge gefühlt oder sich wegen der fehlenden Krankheitsakzeptanz ihr gegenüber kritisch oder ablehnend verhalten hätten. Solche und ähnliche Verhaltensweisen kennen Ergotherapeuten von anderen Krankheitsbildern und wissen daher, wie sie mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen zunächst das Vertrauen der stark verunsicherten Patienten gewinnen. Eine Grundvoraussetzung, um sie für die Intervention zu öffnen, sie kooperationsfähig und einsichtig werden zu lassen.

COVID-19-Erkrankte zielführend behandeln Ähnlich wie in der Medizin ist das Krankheitsbild COVID-19 auch in der Ergotherapie neu. Anders als in der Medizin können Ergotherapeuten auf eine Fülle bestehender Methoden, Konzepte oder evidenzbasierter, also nachgewiesen wirksamer Vorgehensweisen für die Folgen dieser neuartigen Erkrankung zurückgreifen. Sowohl bei der Behandlung der beschriebenen neurologischen Ausfälle als auch, um die oft als Begleiterscheinung auftretenden psychischen Belastungen aufzufangen. Trotz der vielen Fragezeichen rund um COVID-19 haben es Ergotherapeuten daher leichter, ein individuelles, zielführendes Therapiekonzept zu gestalten, als andere Gesundheitsberufe, da sie betätigungszentriert arbeiten. Zudem überprüfen sie ihr Vorgehen ohnehin laufend und passen dieses wenn nötig an. Die Ursachen, die ein Problem hervorrufen, sind bei ihrer Arbeit mit dem Patienten zunächst nachrangig. Daher finden Ergotherapeuten als Erstes gemeinsam mit ihren Patienten heraus: Was ist das Problem? Bei Patienten, die COVID-19 überstanden haben, ist nicht die COVID-19-Erkrankung das Problem, sondern beispielsweise die Erinnerungslücken durch die neurologischen Defizite. Weiß ein Patient beispielsweise nicht mehr, ob er mit seinem Arzt gesprochen, Termine vereinbart oder andere Aktivitäten ausgeführt hat, weil er es sich nicht aufgeschrieben hat, sind das die Probleme. Ob der Patient diese Schwierigkeiten wegen COVID-19, wegen eines Blitzeinschlags oder aus anderen Gründen hat, spielt an dieser Stelle keine Rolle.

Übertragbare ergotherapeutische Ansätze Ein weiterer Dreh- und Angelpunkt der ergotherapeutischen Intervention ist, Ziele festzulegen. Auch dies gilt unabhängig von der Erkrankung für alle Patienten. Wer noch jung ist, will die Lebensqualität in allen Bereichen seines Alltags zurückgewinnen, wieder in seinen Beruf zurückkehren, seine Karriere fortsetzen. Dazu die Expertin: „Gemeinsam mit unseren Patienten finden wir Ergotherapeuten heraus, was derjenigen Person wichtig ist, priorisieren dies, formulieren Ziele daraus“. Im nächsten Schritt definieren Patient und Ergotherapeut, welche aktuellen Schwierigkeiten es zu bearbeiten gibt, um zunächst das wichtigste, erste Ziel zu erreichen. Dieselbe Methode lässt sich bei Patienten mit kognitiven Defiziten nach COVID-19 anwenden. Am Beispiel eines äußerst schwer betroffenen jüngeren Mannes, der über vier Wochen im künstlichen Koma beatmet war, beschreibt die Ergotherapeutin Wandel ihr Vorgehen. „Anfangs war der Mann noch nicht die gesamte Behandlungseinheit konkret belastbar; er hatte Schwierigkeiten, einem Gespräch konzentriert zu folgen“, verdeutlicht sie die massiven Defizite, die auftreten können.

Gedächtnistraining analog und digital Um seine Gedächtnisleistungen zu verbessern, bekam der Patient anfangs die Aufgabe, ein Alltagstagebuch zu führen, in welchem er jeden Abend alle Aktivitäten des Tages so ausführlich es ihm möglich war aufführen sollte. Was anfangs eher bruchstückhaft gelang, wurde mit der Zeit immer ausführlicher. Parallel setzte die Ergotherapeutin auf kognitives Training nach Stengel, um dem Kurzzeitgedächtnis wieder auf die Sprünge zu helfen – eine Herausforderung für Patient und Ergotherapeutin, wie sich herausstellte. Um den Patienten möglichst bald wieder an seine geistige Fitness heranzuführen, brachte die Ergotherapeutin den jungen Mann immer wieder an seine Belastungsgrenzen. Gleichzeitig wurde sie nicht müde, alles immer wieder zu erklären oder zu verbildlichen, da sich der Mann anfangs wegen seines stark beeinträchtigten Kurzzeitgedächtnisses nahezu nichts merken konnte. Um möglichst alle Mittel und Hilfsmittel auszuschöpfen und ebenso, um die Zeit zwischen den einzelnen Behandlungseinheiten optimal zu nutzen, setzt Sonja Wandel so wie viele Ergotherapeuten zur Verbesserung der Hirnleistungen ihrer Patienten diverse computergestützte Trainingsprogramme für zuhause ein. Die Patienten können so selbst entscheiden, wie viel sie üben wollen und auch, wozu sie sich gerade imstande fühlen.

Auf die Wiedereingliederung vorbereiten Jeder Patient – und das verhält sich auch nach einer COVID-19-Erkrankung genauso – entwickelt und baut seine Fähigkeiten in seinem eigenen Tempo aus. Ist eine aus Sicht von Ergotherapeutin und Patient ausreichende Stabilität erzielt, wird auf die Phase der Wiedereingliederung hingearbeitet. Die berufliche Wiedereingliederung bereiten Ergotherapeuten zunächst ambulant, also in ihren Praxisräumen vor, indem sie ihre COVID-19-Patienten realitätsnahe Übungen machen lassen: Je nach Tätigkeit bedeutet dies beispielsweise Texte und E-Mails formulieren, bearbeiten und sich sicher durch alle Programme bewegen. Ein ebenso wichtiger Part ist, Strategien und Kompensationsmöglichkeiten zu finden, um weiter bestehende Defizite aufzufangen. Viel telefonieren müssen oder an Meetings teilnehmen, wenn Gedächtnisleistungen wie Konzentrations- und Merkfähigkeit noch nicht wieder vollständig funktionieren, brächte Betroffene schnell ins Schleudern. Ergotherapeuten unterstützen daher ihre Patienten dabei, Ideen und Lösungswege zu entwickeln und passende Hilfsmittel zu kreieren. Individuell gestaltete Notizbücher oder Arbeitsblätter sind genauso wichtige Begleiter beim beruflichen Neustart wie das erlernte Wissen zur Einschätzung der eigenen Ressourcen. Pausen einzubauen, Entspannungsübungen zu machen – das muss eine Selbstverständlichkeit im neuen Arbeitsalltag sein. Denn auch das lernen Patienten von ihren Ergotherapeuten: den eigenen Anspruch zu relativieren, zu akzeptieren, was und wie es ist. Selbst die, die vollständig durch COVID-19 ausgeknockt waren.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten vor Ort; Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

Neues Programm fördert Rehasport

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe will neue Impulse im Rehasport setzen. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und die Sportverbände unterstützen die Initiative "SPORTnachSCHLAG".
Schlaganfall häufigste Ursache für Behinderungen

Rund 60.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen erleiden jährlich einen Schlaganfall. Die Volkskrankheit ist der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Oft sind es halbseitige Lähmungen von Arm oder Bein, die den Betroffenen die Rückkehr in ihr altes Leben erschweren. Bewegung und Sport sind für ihre Rehabilitation elementar wichtig, um wieder mehr Autonomie zu gewinnen. Gemeinsames Ziel der Projektpartner ist es, neue Angebote zu schaffen, denn der Bedarf nach Rehabilitationssportgruppen scheint groß.
Bis zu 70 neue Gruppen in NRW

Mehr als 200 Schlaganfall-Betroffene nahmen an einer Umfrage der Deutschen Schlaganfall-Hilfe teil. 96 Prozent würden gerne Rehasport in der Gruppe betreiben, doch nur 59 Prozent taten das bisher. "Keine Angebote", "zu weit weg" oder "alles belegt" - das waren die häufigsten Nennungen, weshalb die Teilnehmenden bisher kein Rehasportangebot in Anspruch genommen haben. "Das möchten wir mit unserem Programm ändern, durch das wir die Gründung von bis zu 70 neuen Rehabilitationssportgruppen nach Schlaganfall in NRW anstoßen wollen", sagt Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
Unterstützung durch die Landesregierung

Unterstützt wird das Projekt durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen. "Eine tolle Botschaft für die betroffenen Menschen in Nordrhein-Westfalen", erklärt die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Andrea Milz. "Gerade der Rehasport fördert die Rückkehr in ein gesundes Leben nach einem Schlaganfall nachhaltig, eröffnet Bewegungsangebote in der Gruppe und ist zudem keine Frage des Geldbeutels! Das Angebot aus Gütersloh nehmen wir sehr gerne an!"
Starke Partner mit viel Erfahrung

Kooperationspartner in dem Projekt sind der Landesportbund NRW und der Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW, die ihre Erfahrungen und Expertisen im Rehasport und in der Übungsleitungsqualifizierung in das Projekt miteinbringen. Pro Kreis und kreisfreier Stadt fördert die Schlaganfall-Hilfe die Einrichtung mindestens einer Rehasportgruppe mit bis zu 500 Euro. Der Betrag kann auch für die Ausbildung von Übungsleitungen eingesetzt werden, denn für die Leitung einer solchen Gruppe ist eine spezielle Qualifizierung zur Übungsleitung Sport in der Rehabilitation, Profil Neurologie, erforderlich.
Bewerbungsfrist endet im Mai

Das Gesamtvolumen des Fördertopfes beträgt bis zu 35.000 Euro. Die Verteilung der Mittel an die interessierten Vereine erfolgt durch die Projektpartner in Rücksprache mit den Sportbünden der Kreise und kreisfreien Städte in NRW. Ziel ist es, die Mittel möglichst gleichmäßig über das Land zu verteilen und in den kommenden zwei Jahren nach Möglichkeit in allen Bereichen der 54 Sportverbünde eine neue Gruppe zu gründen. Interessierte Vereine können sich ab sofort bewerben, die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai. Nähere Informationen zu dem Projekt und ein Bewerbungsformular gibt es jetzt im Internet unter www.sportnachschlag.de.

Barfuß im Lockdown

Achten auch Sie pingelig auf passende Kinderschuhe für gesunde Füße? Gut so, aber es geht noch besser. Eine neue Studie zeigt: Barfußgehen kann mehr, als bisher vermutet.

In Japan, so kam es den österreichischen Forschern zu Ohren, gibt es Kindergärten, in denen die Kinder immer barfuß sind („barefoot-policy“). Darin sahen sie eine einzigartige Möglichkeit, innerhalb einer Bevölkerungsgruppe einen Vergleich zwischen Schuhträgern und Barfußgehern zu machen. Als Marker diente der Großzehenwinkel, der größer wird, je kürzer die Schuhe sind – und damit als Nachweis für eine Schädigung der Füße gilt. Die Annahme: Jene Kinder, die passende Schuhe tragen, müssten genauso gute Werte beim Großzehenwinkel aufweisen wie die Barfußkinder. Doch es kam anders: Die Barfuß-Kinder hatten deutlich weniger schräggestellte Großzehen (Hallux Valgus) als schuhtragende Kinder – selbst dann, wenn die Schuhe optimal passten. Studienleiter Wieland Kinz: "Schuhe können Füße schädigen, Barfußgehen beugt vor. Und es macht die Füße widerstandsfähiger gegen negative Einflüsse". Kinz empfiehlt: 1. Barfuß so oft es geht (gilt auch für Erwachsene). 2. Socken und Schuhe tragen, die der Fußform entsprechen und die Zehen nicht einengen. 3. Bei Schuhen auf mind. 12 mm Spielraum achten.

Link zur Studie im Magazin Footwear Science

02.03.2021 DGA | Quelle: kinderfuesse.com (news aktuell)

KiSS-Syndrom: Wenn der Winzling schreit und schreit…

Frischgebackene Eltern geraten häufig an die eigenen Grenzen, wenn der Winzling nicht aufhören will zu schreien. Wenn die gestressten Eltern dann nach Ursachen suchen, stoßen sie dabei oft auch auf eine mögliche Störung mit dem Namen KiSS-Syndrom.

Der Begriff KiSS-Syndrom steht als Abkürzung für eine „Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung“ bei Babys und Kleinkindern oder einfacher ausgedrückt: von schmerzhaften Verspannungen des oberen Halses ausgelöste Beschwerden bei diesen Kindern. Dabei handelt es sich nicht um eine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern um eine Fehlstellung der Kopfgelenke (gebildet von den ersten zwei Wirbeln, die Atlas und Axis genannt werden).

Unterschiedliche Symptome können auf das KiSS-Syndrom hinweisen. Am häufigsten bemerken Eltern folgende Auffälligkeiten:

  • „Schiefhals“ mit einseitiger Einschränkung der Kopfbeweglichkeit (nur in eine Richtung schauen)
  • Vorwiegende Rumpffehlhaltung zu einer Seite (C-Skoliose)
  • Motorische Entwicklungsstörungen
  • Einseitige Abplattung des Hinterkopfes
  • Verweigerung der Bauchlage
  • Schluckstörungen und Stillprobleme
  • „Drei-Monatskoliken“
  • Nackenüberempfindlichkeit
  • Schreiattacken
  • Ein- und Durchschlafstörungen

Das KiSS-Syndrom kann entstehen, wenn starker Zug oder Druck auf den Kopf und die obere Halswirbelsäule des Kindes ausgeübt wird, was bei einer Geburt zwangsläufig passiert. Besonders betroffen sind daher vermutlich Babys, bei denen zur Geburt eine Saugglocke oder Zange eingesetzt wurde. Aber auch bei Kindern mit einer Geburt per Kaiserschnitt findet man Symmetrie-Störungen.

Der Physiotherapeut kann nach einer Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung durch den Arzt mit der Therapie beginnen. Bestenfalls geschieht dies bereits im Säuglingsalter. „In der Praxis zeigt sich, dass für die betroffenen Kinder eine frühe Beseitigung der Funktionsstörungen – auch durch Physiotherapie – sehr wichtig ist“, erklärt Ute Repschläger, Physiotherapeutin und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). „Andernfalls kann es passieren, dass die kleinen Patienten die Fehlstellung und Schmerzen kompensieren, wodurch es zu Beeinträchtigungen in der weiteren motorischen und kognitiven Entwicklung kommen kann.“ Häufig wird das KiSS-Syndrom jedoch erst diagnostiziert, wenn bereits Entwicklungsstörungen aufgetreten sind. Funktionsprüfungen sowie eine gezielte Röntgenuntersuchung bringen dann Klarheit über die zugrunde liegende Ursache.

Unbehandelt steigt das Risiko, dass betroffene Kinder später beispielsweise an Gleichgewichtsproblemen leiden. Äußern kann sich dies in vermehrtem Stolpern und/oder Problemen, auf einem Bein zu stehen. Hinzu kommen eventuelle Störungen in der Fein- und Grobmotorik sowie in der Koordination. So haben diese Kinder etwa Schwierigkeiten beim Führen eines Stifts oder können einfache Bewegungsaufgaben wie zum Beispiel den beliebten „Hampelmann“ nicht ausführen. Haltungs-, Konzentrations- und auch Verhaltensstörungen oder Kopfschmerzen können ebenfalls auftreten. „Die Kinder kommen zum Teil erst im Grundschulalter mit Entwicklungsstörungen zu uns in die Praxis. Umso wichtiger sind dann die exakte ärztliche Diagnose und weitergehende physiotherapeutische Behandlungen“, betont die erfahrene Physiotherapeutin.

Damit bestehende Probleme effektiv behandelt werden können, ist ein aktives Einbeziehen der Eltern in den therapeutischen Prozess unverzichtbar. Der Therapeut leitet im täglichen Umgang (Lagern, Wickeln, Halten etc.) mit dem Kind an und gibt Tipps für weitere Maßnahmen, mit denen die Eltern die Therapie auch zuhause aktiv unterstützen können. Die gemeinsame Aufgabe ist, (potenzielle) Entwicklungsverzögerungen frühzeitig zu erkennen und ihnen durch einen individuell ausgerichteten Behandlungsplan gezielt entgegenzuwirken. „Unser Ziel ist es, dass sich das Kind möglichst altersgerecht und ohne Beeinträchtigungen für das spätere Leben entwickeln kann“, sagt Repschläger.



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