PhysioComplexx
Holger Hodde
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News

Heimwerken und Gartenarbeit

Zur Vorbereitung für den Sommer müssen draußen viele Arbeiten erledigt werden. Terrasse oder Balkon werden überholt, Gartenmöbel aufgearbeitet, Blumenkästen und Beete vorbereitet und bepflanzt. Der (Über-)Eifer kann Folgen haben.

„Fehlbelastungen oder falsche Einschätzungen der eigenen Belastbarkeit können zu Muskel- und Gelenkbeschwerden im Rücken und Schulterbereich führen“, sagt Ute Repschläger, Physiotherapeutin und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.). „Doch wer ein paar Tipps beachtet, kann unerwünschte Nachwirkungen in der Regel vermeiden.“

Starre Vorgaben gehören dabei der Vergangenheit an. „Die moderne Physiotherapie kategorisiert nicht mehr in ,richtige‘ und ,falsche‘ Bewegungen“, erläutert Repschläger. „Grundsätzlich gilt: Die beste Haltung ist immer die Nächste.“ Denn wer über längere Zeiträume in der gleichen Position verharrt und dabei womöglich noch immer dieselben Bewegungen mit (schwerem) Gerät ausübt, läuft in Gefahr, Gewebe und Körperstrukturen überzubelasten. In der Folge kann es zu unangenehmen Verspannungen der Muskulatur oder auch schmerzhaften Entzündungen von Sehnengewebe kommen. Mit gleichsam einfachen wie effektiven Maßnahmen kann Überlastungsreaktionen entgegengewirkt werden. Bewegungsabläufe variieren

Abwechslung lautet daher die Devise: Statt eine Tätigkeit über einen längeren Zeitraum „durchzuhalten“, ist es daher sinnvoll, die Bewegungsabläufe zu variieren. Eine Möglichkeit ist, sich zwischendrin einer anderen Aufgabe zu widmen. Häufig besteht aber auch die Möglichkeit, die Aufgabe mal anders „anzupacken“. Kreativität ist dabei gefragt: Eine Hecke kann beispielsweise mal von unten oder oben beschnitten werden, von rechts nach links und umgekehrt. Zwischendrin schon mal das Schnittgut zu beseitigen, hat Vorteile: Am Ende bleibt nicht mehr so viel übrig und es wird einer einseitigen Belastung vorgebeugt.

Gegenbewegung ausführen

Wenn es sich bei bestimmten Arbeiten nicht vermeiden lässt, über längeren Zeitraum in einer einseitigen Haltung zu verharren, ist es sinnvoll, hin und wieder Gegenbewegungen auszuführen. Wer beispielsweise lange gebückt arbeitet, kann zwischendurch aufstehen, den Rücken gerade machen und strecken. Auch Lockerungsübungen wie das Schütteln von Armen und Beinen sowie sanfte Dehnübungen können helfen.

Pausen einlegen

Die Tasse Kaffee zwischendurch ist nicht nur Luxus, sondern von therapeutischer Seite zu empfehlen. Wichtig ist, das für sich richtige Verhältnis zwischen Belastung und Entspannungsphasen zu finden. Die individuelle Belastbarkeit kann stark variieren. Man sollte sich daher die Arbeit gut einteilen, Pausen planen und das Tagespensum überschaubar halten.

Grundsätzlich ist ein stabiles Muskelkorsett die Grundvoraussetzung für schmerzfreies Bewegen und Arbeiten. Dies gilt auch für Gartenarbeit und Heimwerken. Auf der anderen Seite kann die körperliche Betätigung rund um Heim und Garten auch als gute Trainingsmöglichkeit so ganz nebenbei betrachtet werden – wenn die Tipps entsprechend beachtet werden.

Wen der Rückenschmerz trotzdem erwischt hat, braucht nicht in Panik geraten. Nach einer warmen Dusche und moderater Bewegung verschwinden die meisten Beschwerden nach wenigen Tagen wieder. Wenn sich die Beschwerden jedoch hartnäckig halten, kann ein Physiotherapeut gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Arzt hinzugezogen werden. „Der Physiotherapeut kennt eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten bei Schmerzen, berät aber auch gerne, wie das Muskelkorsett gestärkt werden kann, damit es erst gar nicht so weit kommt“, betont Ute Repschläger.

Lang leben die Bandscheiben!

Büroangestellte Susanne kann die Diagnose ihres Arztes kaum glauben: „Bandscheibenvorfall? Ich hab‘ doch gar nichts gemacht! Daher rührt also der fiese Rückenschmerz, der mich seit Wochen plagt.“ Mit dieser Diagnose ist sie nicht allein: Zigtausend Deutsche trifft es jährlich. Einige auch, ohne dass Sie es überhaupt bemerken, denn nicht jeder Bandscheibenvorfall löst Beschwerden aus. Natürlich bedeutet aber auch nicht jeder Rückenschmerz, dass ein Bandscheibenvorfall vorliegt. Die Aktion Gesunder Rücken e.V. gibt Tipps, damit es gar nicht erst zu solch einer Diagnose kommt.

Bandscheibenbeschwerden können in jedem Teil der Wirbelsäule auftreten und haben längst nicht immer ihre Ursache in schwerer körperlicher Arbeit. Auch einseitige Belastung – zum Beispiel überwiegend sitzende Tätigkeiten mit zu wenig Bewegung – sorgt dafür, dass es zwickt und zwackt. Denn nicht umsonst predigen Rücken-Experten schon seit Jahren, dass Sitzen für unseren Rücken mindestens ebenso schädlich ist wie Rauchen für die Lunge.

Das Kreuz mit dem Kreuz

Aber was genau zwickt denn da vom Rumsitzen? Martin Vierl, Chefarzt der Rehaklinik Sonnhalde in Donaueschingen, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Berater der Aktion Gesunder Rücken e.V. kennt sich aus: „Die Bandscheibe ist eine knorpelige Verbindung zwischen zwei Wirbeln, die Stöße und Druck auf unsere Wirbelsäule abpuffert wie ein Stoßdämpfer. Ihr Kern ist eine gallertartige Masse, die von einem faserigen Ring aus festem Bindegewebe umschlossen wird. Diese Gallertmasse nimmt Wasser auf, welches unser Körpergewicht im Laufe des Tages auspresst - quasi wie ein Schwamm. Leider können unsere Schwämme mit zunehmendem Lebensalter das Wasser nicht mehr ganz so gut binden, ihre Elastizität nimmt ab und damit auch die Pufferfunktion.“ Und dann gehen die Beschwerden los.

Wer rastet, der rostet

Diese Lebensweisheit gilt ganz besonders für unsere Bandscheiben, denn sie lieben es, in Bewegung zu bleiben! Ob schwere oder einseitige Belastung – eine Ausgleichsbewegung wirkt Wunder. Zudem helfen Dehnübungen, die Muskulatur und Faszien wieder auf Vordermann zu bringen. Regelmäßiges Training der Rückenmuskulatur entlastet die Bandscheiben. Ach, übrigens: Um die Rückenmuskulatur zu stärken, muss auch die Bauchmuskulatur mit ran! Ein wahres Lebenselixier für unsere Bandscheiben ist Wasser – also täglich immer ausreichend trinken.

Daneben sorgt aber auch eine bewusste Ernährung für das Wohlbefinden unserer Stoßdämpfer. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sichern eine optimale Versorgung des Körpers!

Einfache Tipps, die den Bandscheiben guttun:

  • Sorgen Sie für einen bewegten Alltag: Fahren Sie kurze Strecken auch mal mit dem Rad oder gehen Sie zu Fuß. Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs. Stehen Sie zwischendurch mal vom Schreibtisch auf und gehen ein paar Schritte.
  • Bewahren Sie Haltung: Achten Sie bewusst auf Ihre Haltung – vermeiden Sie Zwangshaltungen und vorgebeugte Tätigkeiten, stehen Sie möglichst aufrecht, fordern Sie Ihre Rückenmuskulatur und nehmen Sie immer wieder einen Haltungswechsel vor. Auch bei PC-Tätigkeiten gilt: die nächste Position ist die beste Position. Also immer schön in Bewegung bleiben und auch im Sitzen oft die Position verändern.
  • Die richtige Ausstattung macht’s: Nutzen Sie möglichst Equipment, das die Rückengesundheit fördert. In jedem Lebensbereich gibt es Möbel und Lösungen, welche Ihr persönliches Umfeld ergonomischer machen können und Ihnen den Tag erleichtern. Eine von den medizinischen Experten der AGR geprüfte und empfohlene Übersicht finden Sie unter www.agr-ev.de/produkte.
  • Alles ganz entspannt: Es gibt zahlreiche Entspannungstechniken – finden Sie die richtige für Sie, um unbewusste Anspannungen zu lösen. Wie wäre es mit autogenem Training, ASMR oder bewussten Atemtechniken?
  • Freundschaftliches Miteinander: Die Pflege von Kontakten und Freundschaften pflegt auch unser Wohlbefinden. Gemeinsame Aktivitäten und schöne Momente sind daher ebenfalls heilsam.
  • Nehmen Sie’s sportlich: Treiben Sie Sport, idealerweise auch an der frischen Luft. Trainieren Sie, aber ohne sich zu überlasten. Vielfältige Rückenübungen für den Alltag finden Sie hier: www.agr-ev.de/uebungen. Aber auch regelmäßige Spaziergänge, gern in der Natur, oder Radtouren wirken entspannend und fördern die Rückengesundheit.


Mehr erfahren Sie unter: www.agr-ev.de

28.06.2022 DGA | Quelle: Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.

Seltene Erkrankungen

Eine seltene Erkrankung geht nahezu immer damit einher, dass die Öffentlichkeit kaum etwas darüber weiß; auch gibt es deutlich weniger Expert:innen wie behandelnde Ärzt:innen oder Therapeut:innen. „So auch bei Epidermolysis bullosa, kurz EB. Patient:innen sind als ‘Schmetterlingskinder‘ bekannt geworden, weil ihre Haut so empfindlich ist wie die Flügel eines Schmetterlings“, erklärt Florian Prinz. Der Ergotherapeut hat mehrere Jahre in der Abteilung für Physikalische Medizin am Universitätsklinikum Salzburg in enger Zusammenarbeit mit dem dort ansässigen EB-Haus Austria, der weltweit ersten Spezialklinik für Menschen mit Epidermolysis bullosa, gearbeitet. Er betont, dass bei EB Netzwerke eine ganz besondere Rolle spielen. Auch als Ergotherapeut mit eigener Praxis betreut er Kinder mit dieser genetisch bedingten, seltenen Erkrankung. Bei seiner ergotherapeutischen Intervention geht es um Aufklären des sozialen Umfelds, Alltagsbewältigung, motorische Entwicklungsunterstützung und darum, die Beweglichkeit und damit Funktionstüchtigkeit der Hände und Füße möglichst lange zu erhalten.

Es ist eine Genmutation, also eine Veränderung des Erbguts, welche die seltene Erkrankung Epidermolysis bullosa verursacht. Die vier Hauptformen der EB unterscheiden sich unter anderem durch unterschiedlich ausgeprägte Schweregrade. Das typische Erscheinungsbild dieser Erkrankung ist die Blasenbildung auf der Haut und meist auch auf den Schleimhäuten. Bei bestimmten Subtypen der EB sind auch innere Organe betroffen. Epidermolysis bullosa simplex ist die häufigste Form. Spezielle Salben bringen Linderung und beschichtete Verbände schützen die Betroffenen so, dass sie ihren Alltag einigermaßen gut bewerkstelligen können. Dass sich der Alltag für die Kinder mit einer der schweren Formen anders gestaltet und für die gesamte Familie in vielerlei Hinsicht mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung fordert, erklärt sich unter anderem durch die hohe Verletzungsgefahr und den Zeitaufwand für die medizinische Versorgung. Es ist ein Kreislauf aus großflächiger Blasenbildung, daraus entstehenden Wunden, Heilungsprozess, Vernarbungen.

Netzwerken – Austausch mit anderen Eltern von Kindern mit Epidermolysis bullosa „Trotz ihrer Einschränkungen ticken diese kleinen Helden genau wie andere Kinder, wollen spielen, lernen, sich das Leben erobern und sie sind ebenso fröhlich oder ernst wie jeder Mensch“, berichtet Florian Prinz von seinen bisherigen Begegnungen und Erfahrungen. Eine der ersten Aufgaben, die beispielsweise Ergotherapeut:innen übernehmen, ist, Eltern von Kindern mit Epidermolysis bullosa auf bestehende Netzwerke aufmerksam zu machen, sofern dies nicht schon in der Klinik passiert ist. Betroffene Familien helfen sich gegenseitig am besten, denn Eltern und die betroffenen Kinder selbst sind die besten Expert:innen bei allem, was im Zusammenhang mit dieser seltenen Erkrankung steht. Ein reger Austausch, um Tipps weiterzugeben oder zu erhalten, ist gerade am Anfang eine wesentliche Hilfe, ebenso wie die Hilfe unterstützender Einrichtungen. Sind Kinder mit EB noch sehr klein, verbringen sie ihre Zeit vor allem im familiären Umfeld. In dieser Phase richtet sich der Fokus behandelnder Ergotherapeut:innen wie Florian Prinz in erster Linie auf die motorische Entwicklungsverzögerung. Was passiert: jeder Positionswechsel oder Bewegungen, bei denen unter anderem die Knie, die Hand- und Fußflächen belastet werden, können eine Blasenbildung verursachen, sodass großflächige Wunden entstehen. Um dies zu vermeiden, verharren viele Kleinkinder mit EB lange in einer passiven Sitzposition; Stehen und Gehen beginnt verzögert. Ohne eine entsprechende Behandlung, beispielsweise durch Ergotherapeut:innen, sind diese Kinder später beim gemeinsamen Spielen und Bewegen – zusätzlich zu den mit Blasen und Wunden übersäten Körperteilen – mit anderen Kindern meist eingeschränkt.

Inklusion – Aufklären des Umfelds von Kindern mit Epidermolysis bullosa Sobald ein Kind mit Epidermolysis bullosa in den Kindergarten und später in die Schule kommt, sind Ergotherapeut:innen gefragt, um der Inklusion den Weg zu bereiten. „Das bedeutet zunächst Aufklärungsarbeit“, so Florian Prinz. Der Ergotherapeut fährt fort: „Oft sind Fragen wie ‚Ist das ansteckend?‘, oder ‚Welche Hilfsmittel sind nötig?‘ zu beantworten – den Eltern, Erzieher:innen und Pädagog:innen ebenso wie den anderen Kindern aus der Klasse, wenn das möglich ist“. Für das soziale Umfeld ist es eine große Hilfe, mehr über die Erkrankung zu wissen. Lehrer:innen sollten im Vorfeld darüber informiert sein, was sie erwartet, wenn sie eine Klasse mit einem Kind mit Epidermolysis bullosa übernehmen und welche Unterstützung es braucht. Wird eine Assistenzkraft ebenfalls im Unterricht anwesend sein? Wo kann das Kind mit EB sitzen, ohne durch vorbeilaufende andere Kinder Rempler abzubekommen, die bei ihm Blasen und Wunden verursachen? Wie lässt sich die Teilnahme an Sport- und Werkunterricht ermöglichen? Ergotherapeut:innen befassen sich generell mit der Gesamtsituation und mit allen Aspekten, um ein möglichst selbstständiges Teilnehmen am Alltagsgeschehen zu bewirken. Sie finden dank ihrer einfühlsamen Art immer gemeinsam und im Schulterschluss mit den Pädagog:innen und ebenso dem familiären Umfeld praktikable Lösungen für aufkommende Fragen. Vor allem empfehlen sie einen offenen Umgang miteinander. Ein Kind mit Epidermolysis bullosa kann am besten selbst über sich berichten und manch Fragender kommt ins Staunen, wenn er oder sie hört, dass Hobbys wie Reiten oder ein Instrument spielen durchaus möglich sind. Dies entspricht auch dem aktuellen Ansatz der Behandlung: die Kinder mit EB möglichst früh zu schulen, wie sie durch Sturzprophylaxe, Wahrnehmungstraining und eine aktive Motorik mobil sein und ihren Alltag dennoch verletzungsarm gestalten können.

Handtherapie – ein Spezialgebiet von Ergotherapeut:innen Eine Ausprägung einer schweren Unterform von Epidermolysis bullosa sind Verwachsungen an den Händen: Die Haut zwischen den Fingern wächst im Laufe der Zeit zusammen, die Gelenke lassen sich allmählich immer weniger beugen und strecken, so dass die Finger am Ende nicht mehr einzeln beweglich sind. Dieser Prozess kann bereits sehr früh, ab zwei Jahren, einsetzen. Es gibt eine Reihe von Ergotherapeut:innen, die sich auf Handtherapie spezialisiert haben. Das Ziel bei Kindern mit Epidermolysis bullosa ist, den Handstatus möglichst lange stabil zu halten. Daher ist es äußerst wichtig, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt mit dem passiven Durchbewegen der Hände zu beginnen. Weitere Möglichkeiten, die Verwachsungen und Bewegungseinschränkungen der Finger zu verlangsamen, sind spezielle Bandagierungstechniken für die Finger, extra hierfür entwickelte Handschuhe oder Schienen, die Ergotherapeut:innen anfertigen. Aufhalten lässt sich der Prozess des Verswachsens nicht, doch kann es gelingen, eine Operation, bei der die Verwachsungen der Hände gelöst werden möglichst lange hinauszuzögern. Denn was sich zunächst vielversprechend anhört, birgt Nachteile. Abgesehen vom allgemeinen OP-Risiko gestaltet sich die folgende Rehabilitation oftmals herausfordernd, da die Kinder Schmerzen haben, die Finger nicht gleich bewegen können, Schienen tragen müssen und das Berühren der operierten Hände nur eingeschränkt möglich ist, da es die bekannten Verletzungen verursacht. Zudem verschlechtert sich der Zustand der operierten Hand oder Hände im Lauf der Zeit wieder und das Resultat der Operation hält in der Regel lediglich für zwei bis drei Jahre. „Diese Informationen sind Bestandteil unserer Kommunikation mit den Eltern von Kindern mit EB, beziehungsweise sind die Kinder in die Gespräche miteinbezogen, wenn sie schon größer sind und verstehen, worum es geht“, erklärt der Ergotherapeut Florian Prinz seine heikle Aufgabe: Es ist eine Gratwanderung zwischen dem verständlichen Wunsch der Betroffenen, wieder gesunde Hände zu haben und dem, was realistisch betrachtet möglich ist. Entscheidet sich eine Familie für die Operation, ist es die Aufgabe von Ergotherapeut:innen, die operierten Hände fachkompetent und bestmöglich nachzubehandeln. Das Ziel: die neu gewonnene Bewegungsfreiheit und Funktion der Finger möglichst lange erhalten.

Alltagsbewältigung – Hilfsmittel und immer wieder neue Tipps Das Arbeitsfeld von Ergotherapeut:innen ist vor allem auf die Bewältigung des Alltags ausgerichtet. Darum drehen sich auch die Interventionseinheiten bei Florian Prinz. Dazu der Ergotherapeut: „Ich kümmere mich beispielsweise darum, dass die Kinder mit EB, die ich betreue, die für sie passenden Hilfsmittel bekommen und nutzen dürfen und können“. Dazu gehören etwa besondere Sitzmittel, spezielle, ergonomische Stühle, ein Aufzeichnungsgerät oder elektronische Geräte, mit denen sich trotz eingeschränkter Handfunktion Notizen erfassen lassen, Verschlusshilfen, die dafür sorgen, dass die Kinder Verschlüsse oder Schlüssel alleine auf- und zudrehen können… die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. „Gegen die Erkrankung selbst können wir nichts tun, aber durch die Unterstützung gewährleisten wir den Kindern mit Epidermolysis bullosa, ihren Alltag möglichst selbstständig zu bewerkstelligen“. Das Positive ist, dass dank der Unterstützung und der Impulse, die die erkrankten Kinder und ihre Familien erhalten, immer neue Ideen entstehen, die das Leben erleichtern, so dass das Schöne in den Vordergrund treten und eine veränderte Wahrnehmung stattfinden kann.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche
Mehr Informationen zu Epidermolysis bullosa: https://www.debra-austria.org und https://www.ieb-debra.de

23.06.2022 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.

Nach Knieverletzung (Vorderes Kreuzband)

Knieverletzungen, besonders wenn das Vordere Kreuzband betroffen ist, bedeuten meist sofort: raus aus dem Sport. Nach einer Operation müssen Athleten im Anschluss viel Geduld und Fleiß bei der Reha zeigen, ehe sie wieder zurück in den Sport können. Doch wann ist es eigentlich so weit, wie wird das untersucht, gemessen, getestet, was spielt eine entscheidende Rolle dabei und was können Sportler selbst tun, um den Prozess eventuell zu beschleunigen? Darüber berichtet Prof. Dr. Wolf Petersen, Chefarzt der Klinik für Orthopädie/Unfallchirurgie und Stellvertretender Ärztlicher Direktor am Martin-Luther-Krankenhaus Berlin auf dem 37. Kongress der GOTS.

Das Hauptrisiko für eine Verletzung des vorderen Kreuzbands (VKB) liegt vor allem in den Sportarten Fußball, Handball, Volley- und Basketball und im Ski alpin, also in Sportarten mit schnellen Richtungswechseln. Besonders die Altersklasse der 16 bis 25Jährigen ist hiervon betroffen, Mädchen und Frauen durchaus häufiger, bedingt durch Bewegungsmuster, die eine X-Bein-Stellung fördern.

In dieser Stellung kommt das vordere Kreuzband unter Stress. Kommt in der Bewegung der Körperschwerpunkt zusätzlich noch hinter das Knie, muss der Streckmuskel aktiviert werden um das Gelenk zu stabilisieren. Die Kraft dieses Muskels kann dann dazu führen, dass das vordere Kreuzband reißt.

Prof. Petersen: „Bei einer Begleitverletzung, zum Beispiel wenn der Meniskus mit betroffen ist, heißt es schnell operieren. Durch Nähen des Meniskus und den Ersatz des Kreuzbandes durch ein Transplantat. Gibt es keine Begleitverletzung kann man auch 4 bis 6 Wochen mit der OP warten, bis das Kniegelenk von der Reizung und Schwellung befreit ist.“

Als Transplantat – Ersatz für das VKB – eignen sich Beugesehnen, Patellarsehne und Quadrizeps-Sehne. Letztere wird vor allem für jüngere Sportler bevorzugt, um, je nach auszuübender Sportart, die Beugesehnen zu schonen.

In den ersten beiden Wochen erfolgt eine Teilentlastung, zum Beispiel durch Gehen an Krücken, Tragen von Orthesen oder ähnlichen Hilfsmitteln. Insgesamt braucht es nach der Operation dann meist 8 Monate, ehe wieder trainiert werden kann.

„Bei der Rückkehr in den Sport geht man heute aber vom rein zeitbasierten Vorgehen weg hin zu funktionellen Tests“, so Petersen. Über 6 bis 8 Monate werden Kraft, Balance, Beweglichkeit, Gelenkstabilität, Sprungkraft und viele weitere Parameter in speziellen Messverfahren ermittelt. Bei der Sprungkraft beispielsweise spielen die Höhe und Weite des Sprunges eine ebenso entscheidende Rolle, wie die Qualität der Landung, die nicht in einer X-Bein-Stellung erfolgen soll.

Für die Entscheidung „Back to Sports“ ist der sogenannte „Lower Limb Symetry Index“ äußerst wichtig. Heißt: Im Verhältnis zur gesunden Seite muss das operierte Knie mindestens über 85 Prozent eines jeden Parameters wieder aufnehmen können.

Um dies so schnell wie möglich zu erreichen, können Sportler gezielte Programme absolvieren. Die Experten der GOTS empfehlen hier unter anderem das Programm „STOP-X“. Es beinhaltet eine Auswahl von geeigneten neuromuskulären Übungen, um die Funktion des Kniegelenkes nach einer Verletzung oder Operation wiederherzustellen.

„Nur ´ein bisschen´ Physiotherapie reicht hier nicht. Es ist wichtig, dass die Sportler viel in Eigenregie machen. Eine gezielte Prä- und Rehabilitation sind unerlässlich“, so Petersen.

Seltener gibt es nach VKB-Verletzung auch eine komplett konservative Behandlung. Dies ist der Fall, wenn keine Begleitverletzungen vorliegen und der Patient im Anschluss nicht mehr viel Sport treiben will. Mit funktionellen Tests finden die Ärzte dann heraus, ob der Betroffene das kaputte Band kompensieren kann oder nicht.



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